LEBENSWEGE - ARCHÄOLOGIE  AN DER B 6N IM NORDHARZ

Sonderausstellung – 24. Juni bis 22. August 2008 – Altes Rathaus Magdeburg

Funde aus einem Kleinadelssitz (11./12. Jahrhundert): Aus Horn geschnitzter Löwenkopf (l.). Das aus Knochen geschnitzte und vergoldete Spiegeltürchen zeigt eine unverheiratete Hofdame. © GESCHICHTSFABRIK, Foto: M. Dreysse

Mitten Drin

Sachsen-Anhalt liegt mitten drin. Das archäologische Potential dieser kulturträchtigen Landschaft überrascht nicht erst seit dem Fund der Himmelscheibe von Nebra. Der natürliche Reichtum an Bodenschätzen – die sehr fruchtbaren Böden, aber auch Kupfer und Salz – zählte stets zu den wichtigen Faktoren für die Besiedlung dieser Region.

 

Der Neubau der Bundesstraße 6, die nördlich des Harzes entlang führt, wurde von 2000 bis 2007 von umfangreichen archäologischen Ausgrabungen unter der Leitung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt begleitet. 

 

Die beindruckenden Ergebnisse der Grabungen decken die nahezu lückenlose 7000-jährige Besiedlungsgeschichte dieser Region auf – von den frühesten sesshaften Kulturen im Harzvorland bis hin zu den Überresten eines Kriegsgefangenenlagers aus dem Ersten Weltkrieg.

Besucherinnen der Ausstellung bei der Eröffnung am 24. Juni 2008 im Alten Rathaus in Magdeburg. © GESCHICHTSFABRIK, Foto: M. Dreysse
Von der Steinzeit in die Gegenwart: Hornzapfen eines Auerochsen (5500–2200 v. Chr.), Knopfsichel (um 1000 v. Chr.), Pilgerabzeichen (13.–14. Jh.), Pfeifenkopf (1914–1918). © GESCHICHTSFABRIK, Foto: M. Dreysse
Bronzezeit (um 1000 v. Chr.): Der Bronzehort besteht aus Knopfsicheln, einem Lappenbeil und einer Lanzenspitze. © GESCHICHTSFABRIK, Foto: M. Dreysse

Neues Wissen

Insgesamt wurden bei den Ausgrabungen im Vorfeld des Neubaues der B 6 im nördlichen Harzvorland zwischen 2000 und 2007 über 50 000 Befunde dokumentiert und mehr als 1 Million Funde geborgen, erfasst und inventarisiert. Das Resultat dieses archäologischen Großprojektes ist ein außergewöhnlich vielfältiger und guter Einblick in die Landschaftsarchäologie des nördlichen Harzvorlandes – neues Wissen.

 

Am Beispiel des Neubaus der Bundesstraße 6 zeigt die Ausstellung auch das Zusammenspiel von Straßenbau und Archäologie. Durch die enge Abstimmung mit der Straßenbauverwaltung des Landes konnten die zahlreichen menschlichen Hinterlassenschaften bereits im Vorfeld des eigentlichen Straßenbaus fachgerecht ausgegraben und dokumentiert werden, ohne dass der Bauablauf dabei zeitlich beeinträchtigt  wurde – eine erfolgreiche Kooperation.

Alltag in einem Kriegsgefangenenlager: eine Bierflasche »Brasserie du XXieme siecle, Reims« (l.). Die Lagerzeitung »Le Tuyau« (Das Sprachrohr) wurde unter Zensur von französischen Kriegsgefangenen herausgegeben. © GESCHICHTSFABRIK, Foto: M. Dreysse
Archäologie in einem Kriegsgefangenenlagers der Ersten Weltkrieges: Pfeifenkopf mit dem Abbild eines deutschen Militärs der wilhelminischen Ära (Kaiser Wilhelm II ?); sogenannte Reservistenpfeife. © GESCHICHTSFABRIK, Foto: M. Dreysse
Frühneolithikum, Linienbandkeramik (5500–4900 v. Chr.): Grabbeigaben aus einer Säuglingsbestattung. © GESCHICHTSFABRIK, Foto: M. Dreysse
Mittelneolithikum, Bernburger Kultur (3300–2800 v. Chr.): hinten eine Tasse mit Verzierungselementen der Bernburger Kultur. © GESCHICHTSFABRIK, Foto: M. Dreysse
Vorrömische Eisenzeit (800 v. Chr. bis zur Zeitenwende): Gefäßfragment (l.), Vorratsgefäß (m.), Ohrringe aus Bronze (r.). © GESCHICHTSFABRIK, Foto: M. Dreysse

Leistungen

Konzeption und Planung

Entwicklung des Ausstellungssystems und der Ausstellungsvitrinen

Adaption vorhandener Ausstellungsinhalte

 

Umsetzung

Produktion der Ausstellung

Exponateinrichtung

Auf- und Abbau

Abwicklung des Leihverkehrs

Koordination der Ausstellungseröffnung

Führungen & Organisation des Begleitprogramms

Impressum

Eine Ausstellung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, des Landesbetriebes Bau Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt Magdeburg.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch

das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt,

das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt,

den Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA),

die Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt

und die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.

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